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Vorwort

Ende 2004 fasste der Vorstand des Deutschen Sauna-Bundes den Beschluss, die 1970 in erster Auflage erschienenen „Wissenschaftlichen Grundlagen des Saunabades“ von I. und W. Fritzsche, die 1982 letztmalig ergänzt wurden, auf den neuesten Stand zu bringen und eine - soweit möglich - vollständige Bibliographie der wissenschaftlichen Saunaliteratur zu erstellen. Dieser Entscheidung lag die Überlegung zu Grunde, dass nach über 25 Jahren die Forschung neue grundsätzliche Erkenntnisse geschaffen hat, die die Bedeutung des Saunabadens für Gesundheit und Wohlbefinden erkennen lassen.

Inhaltlich wurde das Projekt, wie auch die bisherigen bibliographischen Sammlungen, nicht nur auf Arbeiten über die Wirkung der Saunawärme und deren Verträglichkeit und gesundheitliche Auswirkungen begrenzt; es wurde jetzt auch den Reaktionen des Organismus bei der Abkühlung mehr Raum gegeben als bisher, insbesondere dem so genannten Eis- oder Winterbaden. Technische, kulturelle und historische Aspekte zur Sauna wurden ebenfalls, wenn auch eher marginal, wieder berücksichtigt. Ebenso wurden ausgewählte Arbeiten zum Wärmebad in Infrarotkabinen aufgenommen.

Für die Literaturrecherche wurden die Datenbanken der Jahre 1981-2009 von Medline (Titelzahl n = 639), Old Medline (n = 54), Biosis Preview, Cambase, Cinahl, Cochrane, Embase und Medpilot durchsucht unter den Stichworten: Sauna, Sauna-Baden, finnisches Bad. Außerdem wurden alle Arbeiten aus dem „Internationalen Sauna-Archiv“ der Jahre 1984-1996 sowie dessen Vorgänger, dem „Sauna-Archiv“, ab 1958 übernommen. Dabei fanden auch Kommentare, Editorials und Referate Aufnahme, wenn sie die wissenschaftliche Diskussion der letzten Jahrzehnte widerspiegeln und somit den Fortschritt im Saunawesen veranschaulichen.

Des Weiteren wurden auch Arbeiten aufgenommen aus persönlicher Literaturkenntnis insbesondere von japanischen, slowakischen und tschechischen Autoren, deren Engagement für das Thema Sauna bisher in der internationalen Sauna-Literatur bzw. in Datenbanken nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Die Herkunft der Arbeiten macht deutlich, dass das Saunabaden nicht mehr nur auf Länder mit Saunatradition beschränkt ist, sondern inzwischen in zahlreichen hoch entwickelten Industrieländern wachsende Verbreitung gefunden hat.

Entsprechend dem Anliegen des Projektes auf vollständiges Erfassen der Sauna-Literatur wurden auch ältere Quellen, die in den vorliegenden Literatursammlungen und Reviews nicht enthalten sind, mit aufgenommen, da ihnen nach 50 und mehr Jahren droht, in Vergessenheit zu geraten. Gerade sie geben die wissenschaftliche Diskussion aus den Anfangsjahren der Saunaforschung aber anschaulich wieder.

Die Datenbank ist vor allem für Fachleute der Saunabranche, Wissenschaftler und Mediziner gedacht, die sich über spezielle Themen orientieren wollen. Darüber hinaus hoffen wir, dass diese „Neuen Grundlagen“ auch bei anderen Berufsgruppen, die z. B. auf dem Gebiet der Gesundheitsaufklärung tätig sind, Interesse finden.

Mein Dank gilt dem Präsidium des Deutschen Sauna-Bundes für die langjährige Förderung des Projektes. Besonders sei dem Geschäftsführer des Verlages Sauna-Matti und des Deutschen Sauna-Bundes, Herrn Rolf-Andreas Pieper, und seinen Mitarbeitern Frau Renate Heise-Gartz und Herrn Heiko Laabs gedankt, die als unermüdliche Ansprechpartner sehr zum Gelingen der Datenbank beigetragen haben.

Berlin, im Dezember 2009
Prof. em. Dr. med. Eberhard Conradi
Ehrenpräsident des Deutschen Sauna-Bundes e.V.